Re: wenn die FDP das macht ist sie weg vom Fenster - Reggae für Deutschland
>>fensterh ja, stimmt, 1982, vor 23 Jahren. Als Helmut Schmidt die Mehrheit
> > in der eigenen Partei verloren hatte. Da ist die FDP dann auch
> > gegangen.
> Das war ihre letzte Gelegenheit die sie just wahrnahm, ja.
23 Jahre, das ist eine ganze Generation! Mal abgesehen davon, dass es
seinerzeit mehr als gute Gründe für den Wechsel gab[1] - das fällt ja
langsam in die Kategorien “Erbsünde”, “Sippenhaft” oder “historische
Schuld”. Das wirkt einfach nicht mehr glaubwürdig.
> Wie denn auch. Sie koalierten mit der CDU unter Kohl. In der Zeit
> hatten sich die grünen etabliert und ich denke die FDP hat sich
> seitdem nicht weiter verändert. Sie haben den Nachteil das nun die
> grünen als Gesprächspartner der SPD fungieren. Die FDP hat
> diesbezüglich ausgedient.
Die FDP hat in den letzten 10 Jahren einen erheblichen Wandel
mitgemacht - auch sie musste sich von alles bestimmenden Charakteren
wie Genscher erst einmal lösen, ein Problem, welches die Grünen noch
vor sich haben (die SPD auch, wenn Schröder mal weg ist).
Aber, zum Stichwort ausgedient: ist es nicht so, dass wir auf
Länderebene gerade einige neue sozial-liberale Koalitionen haben? Ist
es nicht so, dass die SPD gegenwärtig in fast schon unanständiger
Weise
die FDP zu beciercen versucht? Ist es nicht so, dass die
FDP bei der Bundestagswahl fast zwei Prozent mehr Stimmen erhielt als
die Grünen?
Was hat das denn mit “ausgedient” zu tun?
> War der Cool? Ich glaub das war nicht mal ein Spruch (siehe die Lage
> nach der Wahl vor ein paar Tagen).
Der Spruch von der “Umfallerpartei” ist zwar objektiv betrachtet
lächerlich, aber eine im sozialdemokratischem und noch linkerem Lager
gerne gepflegte Legende. Heute spricht die SPD natürlich von
“politischer Verantwortung gegenüber dem Wähler”, wenn sie die FDP
auffordert, ein Wahlversprechen zu brechen. 23 Jahre zuvor nannten
sie den gleichen Sachverhalt “Umfallen”. Nun ja.
Grüsse und so.
MWFolz.
[1] Helmut Schmidt als Vater der sozial-liberalen Koalition hatte
keine eigene Mehrheit in der SPD mehr, der Kurs sollte weiter nach
links rutschen und war von der FDP so nicht mehr tragbar.
Vergleichbar zu heute, wo Schröders Mannen (aka SPD) mit der Agenda
2010 hadern und einen Linksruck fordern.