Schon klar… - Fenster zur Welt: Zur Zukunft des Intern…
fenster Daß Herr Weibel angesichts
> > dieser Tatsachen von “Staatsfernsehen” und “Staatszeitungen” spricht
> > zeigt, daß er nicht nur über die Entwicklung des Internets
> > unzureichend informiert ist.
>
> Wie Du oben wortreich dargelegt hast, besteht eben kein Unterschied
> mehr zw. den Interessen der Grosskonzerne und dem politischen
> mainstream. Ein Extrembeispiel wäre Fox-News in USA. Diesen Sender
> kann man , mit gleichem Recht, als “Staatsfernsehen” oder als
> “Propagandaabteilung privatwirtschaftlicher Unternehmen” bezeichnen.
In der Tat…
> Beide Bezeihnungen sind im dortigen Kontext völlig äquivalent, und
> genau diese Äquvalenz ist es, die Weibel aufgezeigt hat.
…doch daran habe ich so meine Zweifel. Herr Weibel hat - bei allem
Respekt - offenbar nicht den blassesten Dunst, wie und aus welchen
Anfängen sich das Internet entwickelt hat. Die Behauptung “erst Musik
- dann Kommunikation” ist blühender Unsinn und schlichtweg falsch.
Weitere Stilblüten dieser Art:
[…Die Leute hatten damals den Wunsch zu fotografieren, also hat
ihnen die Technik den Fotoapparat gegeben. Dann haben Sie aber
schnell gemerkt, sie können die Bilder nicht publizieren, denn da
sind die Zeitschriften, die sagen “gut” oder “schlecht”, die Verleger
und die Kritiker…]
Die Leute, die “damals” lebten, als “die” Technik den Fotoapparat
entwickelt hat, sind schon lange tot. Von “publizieren” oder
“Flickr.com” war zu dieser Zeit nicht die Rede.
Kein Wort davon, daß es in erster Linie um Erinnerungsstücke geht,
bzw. ging, um Ereignisse des persönlichen Bereichs, die fotografisch
festgehalten werden und ihren Eingang ins Familienalbum finden
sollten.
Die Bandbreite in der Anfangszeit des Internets hat - wie schon
gesagt - nicht ausgereicht, Bilder (oder Musik) in großer Zahl oder
in hoher Auflösung zu übertragen. Erst als die Bandbreiten das
ermöglicht haben, enstand so etwas wie der Wunsch, die Welt mit
Familienbildern oder Zufallsschnappschüssen zu beglücken. Mal ganz
abgesehen davon, ob das wirklich ein Fortschritt ist: wer soll sich
die ganzen Bilder überhaupt ansehen, die sich zudem sehr oft
frappierend ähneln. Die Bilderflut ist einerseits durch die
Verbreitung von Digitalkameras, vor allem jedoch durch Kamerahandies
so immens angeschwollen.
Daß Bilder in vordigitalen Zeiten nämlich gegen Entgelt erst
entwickelt werden mußten und nicht etwa direkt nach dem Druck auf den
Auslöser vorhanden waren, ist noch so ein unberücksichtigter Punkt in
Herrn Weibels Überlegungen.
[… Das war ein ziemlicher Flaschenhals…]
Benötigt die Welt tatsächlich zehntausend Variationen von Rosenblüten
oder anderen “Sensationen”? Muß jedes noch so kleine private Bild der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden? Hauptsache Quantität?
[… Die Fotos waren da