Naja… - Fenster zur Welt: Zur Zukunft des Intern…

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> > Langer Rede, kurzer Sinn: was Herr Weibel zusammenfabuliert ist -
> > zumindest in einigen Teilen - sachlich falsch und in weiteren Teilen
> > widersprüchlich. Meine (wortreiche) Meinung. :) >
> Das will ich gar nicht in Abrede stellen (ist ja auch nur ein
> Medienkünstler und kein Techniker - da muss man ein bisschen
> großzügig sein … ;-) ),
Das stimmt allerdings. Wie viele Künstler, kann auch Weibel
offensichtlich der Versuchung nicht widerstehen, aus seiner
zufälligen Tätigkeit eine kleine Kunsttheorie zu entwickeln. Das
erklärt natürlich manches… ;) > allerdings hast Du Dir bei Deiner
> ursprünglichen Kritik genau einen Aspekt herausgepickt wo er, wie ich
> finde, den Nagel durchaus auf den Kopf getroffen hat.
Um bei dem Bild zu bleiben: den Nagel mag er zwar getroffen haben,
aber er hat ihn m.E. in das verkehrte Holz geschlagen. Der Staat hat
sich als neutrale Instanz, die dem Interessensausgleich
divergierender Kräfte diente, verabschiedet (so unvollkommen diese
Funktion in der Vergangenheit auch ausgefüllt wurde). Es sind
tatsächlich nurmehr die Profitinteressen einiger selbsternannter
Eliten, die in den Regierungen des Bundes und der Länder vertreten
werden. Daß dies oft in Personalunion geschieht, d.h. Politiker
Mandat und Aufsichtsratposten gleichzeitig ausüben (euphemistisch
“Nebentätigkeit” genannt, wobei die Frage, was die Haupt- und was die
Nebentätigkeit tatsächlich ist, ungeklärt bleibt), ist bezeichnend.
Daß die genannten Damen und Herren solche Tätigkeiten für völlig
normal halten und mit unschuldigem Augenaufschlag darüber
schwadronieren, daß sie selbstverständlich zwischen Mandat und
“Nebentätigkeit” trennen könnten, schlägt dem Faß die Krone ins
Gesicht ob soviel Dreistigkeit.
Weibel unterscheidet jedoch private und staatliche Interessen in
einer Weise, als wäre in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten
unverändert geblieben, was doch tatsächlich nicht mehr vergleichbar
ist mit dem, was “staatlich” genannt wurde. Der Staat ist keine
neutrale Partei mehr, die gewissermaßen ihre eigenen Interessen
verfolgt. Die Interessen der selbsternannten Eliten sind mit denen
des Staatswesen gleichgesetzt worden.
Daher geht die Unterscheidung staatlich vs. privat in diesem
wichtigen Punkt fehl.
>
> ignatius
Greets
P.S. Ich weiß, daß ich mich oben wiederhole, aber ich hielt es für
wichtig, noch einmal deutlich zu machen, worum es mir ging. :)

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